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Commodore 128D

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CompuJack
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Commodore 128D

Beitrag von CompuJack » So 9. Apr 2017, 07:44

Der Commodore 128D und sein "Iron Brother"

Beim C128D handelt es sich um einen Desktop-Computer mit integriertem 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk des Typs VC1571, abgesetzter Tastatur, 16 kB VRAM, Plastikgehäuse mit Aussparung zum Unterbringen der Tastatur, Lüfter, Tragegriff, separater Laufwerkselektronik und integriertem Trafonetzteil. Die Hauptplatine des C128D ist mit der des C128 identisch, die Laufwerkselektronik ist die gleiche wie die der VC1571.
Diese Modellvariante besitzt Lüftungsschlitze auf der Oberseite und richtete sich eher an professionelle Anwender. Das angehängte „D“ in der Modellbezeichnung steht für den englischen Begriff „Desktop“. Ich erwähne das deshalb, weil ich auf so genannten "Vintage" Seiten auch schon einmal den Begriff "Dominator" gesehen habe...
Die "D" Variante sollte sich weg vom "Heimcomputer" weg, hin zum Bürotauglichen CPM Rechner bewegen - zumindest rein optisch. Da sich der Monitor Platzsparend auf das Gehäuse stellen ließ, wurde eine Menge Platz auf dem Schreibtisch frei.

Doch warum war "unser" 128D aus Kunststoff (mit einem nicht wirklich leisen Lüfter) und die US Version aus Stahlblech? Die Antwort ist mal wieder ein tolles Beispiel für die amerikanische Bürokratie:

Wegen des nicht erbrachten Nachweises der elektromagnetischen Verträglichkeit gegenüber der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FCC war diese Modellvariante ab Februar 1986 ausschließlich in Europa erhältlich.


Auf den meisten Retro Seiten war das Thema damit auch erledigt. Nur Blech, mehr nicht. Aber das stimmt so nicht!
C128DCR-rear.jpg
Die beiden Varianten im direkten Vergleich.
C128DCR-rear.jpg (73.52 KiB) 1911 mal betrachtet
Der US "Steel Buddie" wird als C128D-CR bezeichnet. Da man für den US Markt eine FCC konforme Version rausbringen musste und das erforderliche Blech Gehäuse natürlich teurer in der Produktion war, mussten Kosten eingespart werden. Dies geschah zum einen dadurch das durch die Metall Konstruktion und der damit verbundenen, aufwendigeren Wärmeleitbleche der Lüfter entfiel. Außerdem wurde die Hauptplatine des C128D-CR komplett neu gestaltet. Ferner besitzt das Gerät höher integrierte Schaltkreise als der C128D inklusive des weiterentwickelten 80-Zeichen-Grafikchips MOS 8568 sowie des verbesserten Soundchips MOS 8580 und weist einen geringeren Stromverbrauch als das Vorgängermodell auf.Aus dieser Tatsache leitet sich auch das angehängte Kürzel „CR“ in der Modellbezeichnung ab, das für den englischen Ausdruck „cost-reduced“ (deut. ‚kostenreduziert‘) steht. Es mag paradox klingen, aber das "neue" Platinen Design mit den besseren Chips war zu diesem Zeitpunkt günstiger zu haben als der Vorgänger. Außerdem sorgte die Überarbeitung für eine Verringerung der Geräuschemissionen sowie der Störanfälligkeit. Allerdings machten die Veränderungen am Design viele der für die Vorgängermodelle entwickelten Hardwarezusätze unbrauchbar.

Diese letzte Modellvariante besitzt weder Lüftungsschlitze auf der Oberseite noch einen Tragegriff. Die Systemprogramme sind im Gegensatz zu den früher erschienenen Modellen C128 und C128D nicht auf vier 16-kB-ROM-Chips verteilt, sondern nur noch auf zwei 32-kB-ROM-Chips. Der Arbeitsspeicher besteht nur noch aus vier 32-kB-RAM-Chips.[436] Die im Vergleich zum C128D höher integrierte Laufwerkselektronik nebst neu entwickeltem Floppy-Disk-Controller MOS Technology 5710 (kurz MOS 5710) und überarbeitetem Diskettenbetriebssystem Commodore DOS 3.1 führt zu (allerdings geringen) Einschränkungen bei der Softwarekompatibilität. Aufgrund des viermal so großen Videospeichers kann der C128D-CR ohne Hardwarezusätze deutlich höhere Auflösungen generieren als die älteren Modellvarianten mit lediglich 16 kB VRAM.

Aus diesem Grund wurde der C128D-CR ab dem dritten Quartal 1987 weltweit erhältlich. Gelegentlich wurde diese Modellvariante in den zeitgenössischen Computerzeitschriften in Anspielung auf ihr Gehäuse aus gewalztem Metall scherzhaft als „Blech-Diesel“, „Diesel im Blechkleid“ oder auch als „C128D-Blech“ bezeichnet. Im übrigen taucht die Bezeichnung "CR" nirgendwo in der Typenbezeichnung am Gerät auf...

Lustiger "Fun Fact" zum Schluss:

Wenn man im 128er Modus SYS 32800,123,45,6 eingibt, erscheint eine Liste der Entwickler. So sieht das 1987er "ester egg" aus:

Bil Herd: Original design and hardware team leader.
Dave Haynie: Integration, timing analysis, and all those dirty jobs involving computer analysis which was something  totally new for CBM.
Frank Palaia: One of three people in the world who honestly knows how to make a Z80 and a 6502 live peacefully with each other in a synchronous, dual video controlled, time sliced, DRAM based system.
Fred Bowen: Kernal and all system like things.  Dangerous when cornered.  Has been known to brandish common sense when trapped.
Terry Ryan: Brought structure to Basic and got in trouble for  it. Threatened with the loss of his job if he ever did anything that made as much sense again. Has been know to use cynicism in ways that violate most Nuclear Ban Treaties.
Von Ertwine: CPM.  Sacrificed his family’s popcorn maker in the search of a better machine.
Dave DiOrio: VIC chip mods and IC team leader.  Ruined the theory that most chip designers were from Pluto.
Victor: MMU integration. Caused much dissention by being one of the nicest guys you’d ever meet.
Greg Berlin: 1571 Disk Drive design.  Originator of Berlin-Speak. I think of Greg every night.  He separated my  shoulder in a friendly brawl in a bar parking lot  and I still cant sleep on that side.
Dave Siracusa: 1571 Software.  Aka “The Butcher”
Dateianhänge
128D-2.jpg
Prima Versteck für das Keyboard... Der April-April Büro Brüller..
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128D.jpg
.. die integrierte "Kabeltrommel"..
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Zuletzt geändert von CompuJack am Do 4. Mai 2017, 05:29, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Update

pacman81
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Re: Commodore 128D

Beitrag von pacman81 » Mi 24. Mai 2017, 14:06

An die PCs mit Diskettenlaufwerk kann ich mich auch noch gut erinnern. Heute verlässt man sich fast nur noch auf drahtlose Übertragung und ist vom Diensteanbieter abhängig. Ob das wirklich ein Fortschritt ist?

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CompuJack
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Re: Commodore 128D

Beitrag von CompuJack » Sa 1. Jul 2017, 09:52

Ich sage dazu ganz klar: "NÖ!" Da braucht MANN (oder wer sonst der Finanzbeauftragte zu Hause ist) nur mal die Online-Rechnungen zu schlampen... und schon war es das mit dem Zocken (jaja, ich weiß, darf nicht passieren, tut es auch nicht usw...). Wenn ich die Wahl zwischen Download und Datenträger (selbst mit etwas Aufpreis) habe, greife ich immer zum Datenträger! By the way: Meine ersten 5,25" Wabbelscheiben sind von 1985! Und laufen IMMER NOCH! :-)

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